Die Analogie zwischen Frühstücksei und Container-Seehandel

Sie frühstücken vielleicht jeden Tag ein Ei?! Warum halten Sie sich dann kein Huhn? Eben.
Ihre Beweggründe sind mit denen der Reedereien bei der Container Miete durchaus ähnlich.

Reedereien mieten aus folgende Gründen:

Flexibel beim Container-Handel reagieren können

Stellen Sie sich vor Sie können als Reederei einige große Transporte innerhalb der nächsten 1 bis 2 Jahren durchführen. Dazu brauchen Sie so rasch wie möglich Container. Die Zeit, das Geld in der Bilanz zusammenzukratzen fehlt, die Hausbank zeigte sich in letzter Zeit weniger flexibel und beim letzten Jahresabschluss bereitete der Container-Eigenbestand in Bezug auf Bewertung und Versteuerung viel Kopfzerbrechen.

Was ist die einfachste und flexibelste Lösung?

Genau, Sie mieten die benötigte Anzahl von Containern für den gewünschten Zeitraum.

Analogie zum Huhn:

Ihr Frühstücksei ist mit dem Konzept von zu wenigen Containern vergleichbar. Haben Sie zum Beispiel Gäste eingeladen, so benötigen Sie viele Eier. Es wäre nicht angemessen, deswegen mehrere Hühner zu halten. Die fehlenden Eier werden von einem Bauern hinzugekauft.

Stetiger Überblick aller anfallenden Kosten

Die Reederei schließt mit dem Vermieter einen Vertrag. In diesem werden folgende Punkte festgehalten:

  • Container-Typ
  • Laufzeit
  • Miete

Üblicherweise wird eine Tagesmiete für den Container vereinbart. Wird die Transportdauer mit der Tagesmiete multipliziert, ergibt dies den Kostenanteil für den Transport eines Containers.

Pro Tag kosten Container circa 0,50 USD Miete für eine 20 Fuß-Container. Das macht für einen 30-tägigen Transport 15 USD.

15 USD Miete für einen Monat sind gemessen an den gesamten Transportkosten (in der Schifffahrt Frachtrate genannt) gering.

Als Beispiel sind Frachtraten für Transporte von Asien nach Europa oder von Südamerika nach Europa von 1.000 USD bis zu 3.000 USD pro Weg zu nennen. Diese sind abhängig von:

  • Jahreszeit
  • Nachfrage
  • Ölpreis
  • Fracht
  • Seeroute
  • usw.

Der Container-Miet-Anteil von 15 USD an der Frachtrate sind daher nur wenige Prozent. Gemessen am Inhalt der Container, also der eigentlichen Fracht, schrumpft der Mietanteil nochmals weiter. Container sind nur das reine Mittel zum Zweck. Kein Wunder, weshalb Reedereien gerne Container mieten.

Analogie zum Huhn:

Was kostet ein Ei? Für einige Cents pro Stück erhalten Sie die gewünschte Anzahl. Sollten Sie jedoch ein Huhn halten, fallen weitere Kosten an.

Kapitalschonung für die Reederei

Für den Seetransport ist eine große Infrastruktur notwendig. Ein Containerschiff mit einer Ladekapazität von 16.000 TEU (1 TEU ~ 20 Fuß Container) kostet rasch über 100 Mio. USD.

Pro Stellplatz auf dem Schiff sind zwei Container notwendig. Vereinfacht ausgedrückt steht jeweils ein Container auf dem Schiff, der andere an Land und wird umgeschlagen.

Zu den über 100 Mio. USD kommen noch 32.000 20-Fuß-Container hinzu.

Der Anschaffungspreis pro Container (20 Fuß) beläuft sich auf 1.500 USD, wodurch ein zusätzlicher Kapitalbedarf von fast 50 Mio. USD benötigt wird.

Ein Containerschiff mit Containern kostet also mindestens 150 Mio. USD. Die laufenden Kosten für Personal, Gebühren, Hafeninfrastruktur, Instandhaltung usw. sind da noch nicht eingerechnet.

Eine Anschaffung eines Schiffes und den Containern ist eine hohe Investition in die Zukunft.

Mit dem Kauf finanziert sich die Reederei künftige Geschäfte vor. Gewissheit über die anstehende Auftragslage besteht natürlich nicht. Bei einer Lebensdauer von 10 bis 15 Jahre von Container macht die Anmietung von Container für bspw. 5 Jahre Sinn.

Durch die Container-Miete schonen Reedereien ihr Kapital und erhalten Flexibilität.

Analogie zum Huhn:

Die Anschaffung eines Huhns, hält sich von den Kosten noch in Grenzen. Der Unterhalt an 365 Tagen im Jahr, vor allem die Zeit für Fütterung, Ausmisten und Pflege, ist mit Zeitaufwand verbunden. Alles zusammen eine große Kapital-Last, wobei Sie nicht sicher wissen, wie oft Sie Eier von Ihrem Huhn essen möchten.

Einfache Besteuerung bei Miete und Leasing

Die Container-Miete kann betrieblich voll abgesetzt werden. Die angemieteten Container erscheinen somit nicht in der Bilanz und brauchen aus Bewertungs- und Besteuerungssicht nicht weiter behandelt werden.

Leasing ist der Miete sehr ähnlich.

Im Rahmen von Leasingverträge muss das zivilrechtliche und betriebliche Eigentum genau definiert werden. Richtig aufgesetzt bietet Leasing ähnliche Vorteile wie die Miete.

Gekaufte Container beschäftigten Personal. Es werden Buchhalter, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater für die regelkonforme Bewertung von Containern benötigt. Wie bereits erwähnt binden gekaufte Container auch das Kapital für 10 bis 15 Jahre.

Die Kalkulationsgrundlage für einzelne Transporte ist alles in allem aufwändiger. Die Kosten pro Tag sind nicht so einfach bestimmbar. Container-Typ, Alter und Abnutzung haben einen Einfluss auf den effektiven, steuerlichen und bilanziellen Wertverzehr.

Analogie zum Huhn:

Kaufen Sie Ihr Frühstücksei beim Bauern ein, so haben Sie einen genauen und vereinfachten Überblick über Ihre Kosten bzw. Ausgaben. Sollten Sie ein Huhn halten, wird die Berechnung durch zahlreiche Ausgaben kompliziert.

Container Mieten oder kaufen? Keine Huhn – Ei Frage

Die Hälfte aller Container wird von Reedereien gemietet oder geleast. Die andere Hälfte ist gekauft.

Reedereien nutzen ganz offensichtlich das Beste aus diesen zwei Welten: Gekaufte Container sind in über die gesamte Nutzungsdauer unter dem Strich günstiger als angemietete.

Die stark schwankenden Mietraten im internationalen Seehandel lassen nur einen Schluss zu. Flexibilität ist gefragt. Transportkapazitäten und damit auch Container müssen rasch bereitgestellt werden. Darum lohnt es sich diese zu mieten.

Verwandte Beiträge